Lenzrose

Die schönsten Blüten im tiefsten Winter

Wenn sich der gesamte Garten im Winterschlaf befindet, sorgt die Christrose mit ihren tiefgrünen Blättern und den strahlenden Blüten dafür, dass es doch noch so Einiges zu erleben gibt, wenn man aus dem Fenster sieht. 

 

Es ist einfach spektakulär: eine Gartenpflanze, die mit bezaubernden, schneeweißen Blüten mitten in Winter erblüht. Die Christrose heißt offiziell Helleborus niger und lädt uns ein, von November bis Mai ihre Knospen und die großen, weit geöffneten Blüten mit der wunderschönen Krone im Herzen zu bewundern. Die Blätter sind dunkelgrün, haben manchmal einen leicht grauen Schleier und fühlen sich ein bisschen ledrig an. Schnee oder Frost machen der Christrose nichts aus. Bei Frost hängen zwar alle Pflanzenteile herunter, aber sie richten sich von selbst wieder auf, wenn die Temperaturen steigen. Unterdessen blüht sie immer weiter, sowohl ausgepflanzt im Garten als auch in Kästen oder Töpfen. 

Farbe in Ihrem winterlichen Garten mit der Lenzrose

Neben der weißen Art, bei denen die Blüten, wenn es auf den Frühlingsbeginn zusteuert, vor lauter Vorfreude schon einen grünen Schimmer zeigen, gibt es auch andere Farben. So wie bei Helleborus orientalis, der Frühlingschristrose oder Lenzrose. Diese Gartenpflanze ist ebenfalls wintergrün, aber mit Blüten in Weiß und Gelb, in Farbtönen von Aprikot bis Rosa, Dunkelviolett und mit gesprenkelten Blüten. Die Christrose ist in verschiedenen Größen erhältlich: klein genug, um sie einem Hängekorb zu verarbeiten oder als bis zu 60 cm hohe, buschige Staude, die einen großen Topf benötigt oder direkt in den Garten gepflanzt wird. Ausgepflanzt im Garten hält Helleborus Temperaturen bis -20°C Stand. 

Pionierpflanze 

In freier Natur wächst die Christrose in den Bergregionen Mittel- und Südeuropas und Kleinasiens. Die erste bekannte Erwähnung der Pflanze stammt aus der Zeit um 1400 v. Chr., als der Seher und Arzt Melampus über sie schrieb. Die Pflanze reiste mit Auswanderern nach Amerika, wo sie als Winterblüher zum Symbol des Pioniers und des Überlebens wurde.  

Wissenswertes Christrose 

● Der Name Heleborus ist aus den griechischen Worten für „hellein“ (töten) und „bora“ (Speise) zusammengesetzt, wohl eine Warnung, dass die Pflanze bei Verzehr giftig ist.

● Trotz ihres Namens gehört die Christrose zur Familie der Ranunkelgewächse.

● Einer alten Legende nach, soll die erste Christrose in Bethlehem erblüht sein. Sie erstand aus den Tränen eines armen Hirten, der kein Geschenk für das Jesuskind hatte und ihm so diese Blume schenken konnte.

● Helleborus spielt in vielen Volkssagen eine Rolle. Im Mittelalter streuten die Menschen die Blüten auf die Böden ihrer Häuser, um so böse Geister fernzuhalten. Sie segneten ihre Tiere mit der Christrose, glaubten aber gleichzeitig, dass Hexen die Pflanze für ihre Bannflüche verwendeten oder Zauber sich mit deren Hilfe unsichtbar machen könnten.