Die Kamelie – Zauberhafte Winterschönheit

Der Farbklecks im Wintergrau

Mitten im tristen Winter, wenn das Schmuddelwetter und die grauen Tage auf das Gemüt schlagen, sorgen Kamelien für die ersten ermunternden Farbspiele im Garten. Zwischen November und Mai entfalten Kamelien, je nach Art und Sorte, ihre vollkommenen Blüten und präsentieren eine bunte Vielfalt an Formen und Farben. Mit einfachen, halbgefüllten, anemonenförmigen oder rosenförmigen Blüten bieten sie dem Betrachter ein prachtvolles Schauspiel. Dabei reicht die Farbskala vom reinen Weiß über zarte Rosatöne bis zu dunklem Rot. Angesichts ihrer immergrünen und glänzenden Blätter und der prallen Blüten, wirken Kamellien wie ein Kunstwerk aus Porzellan im grauen Wintergarten.  

Kamelie
Ermunternde Farbspiele im Garten

Kostbarkeiten aus Fernost

Die Kamelie ist ursprünglich in Ostasien – Nepal, Vietnam, der Süden Japan und Chinas – beheimatet. Besonders in China und Japan spielte die wohl bekannteste Kamelien-Wildart „camelia japonica“ schon früh eine große Rolle bei Hof- und Teezeremonien. Ihre prachtvollen Blüten standen dabei symbolisch für Freundschaft, Eleganz und Harmonie. Die ersten Kamelien gelangten bereits im 16. Jahrhundert nach Europa und verbreiteten sich rasch. Aufgrund ihrer klassischen Eleganz und geheimnisvollen Schönheit gewährte ihr die vornehme Gesellschaft Einlass in ihre Wohnräume. Im 19. Jahrhundert erreicht die Kamelie ihren modischen Höhepunkt und wurde nicht nur in traditionellen Blumensträußen, sondern auf vielfältigste Art und Weise eingesetzt: Kamelienblüten als Haarschmuck oder im Knopfloch waren zu dieser Zeit keine Seltenheit. Die Begeisterung für die Kamelien beeinflusste auch stark die Kunst und die Literatur. So erschien die edle Pflanze u.a. im bekannten Werk von Alexandre Dumas „Die Kameliendame“.

Anspruchsvolle Schönheit

Die Kamelien werden oft zu Unrecht als besonders empfindlich bezeichnet. Dabei werden sie nur sehr selten von Krankheiten und Schädlingen befallen und sind recht robust. Der Ursprung der Kamelie verrät jedoch schon viel über ihre eigentlichen Ansprüche. Wer also ein paar grundlegende Pflegetipps befolgt, hat über mehrere Jahre Freude an der Gartenschönheit.

Kamelien wachsen bevorzugt in wintermilden Regionen, doch bei optimalen Standortbedingungen können sie über einen kurzen Zeitraum bis zu -20° C aushalten. Als besonders winterhart gelten u.a. die Sorten mit den verführerischen Namen wie „Lady Campbell“ (rot, rosenförmig), „Elegans“ (pink, anemonenförmig) oder „Donation“ (orchideenrosa, halbgefüllt). Der Standort der Kamelie im Garten und das dortige Mikroklima sind entscheidend für eine gute Entwicklung: Im Halbschatten einer Hecke oder einer Hauswand, geschützt vor kalten Winden und der prallen Sonne fühlt sich die Kamelie besonders wohl. Hohe Luftfeuchtigkeit und viel Niederschlag machen ihr nichts aus und kommen ihren Ansprüchen sogar entgegen. Ihre Wurzeln  bevorzugen eine lockere, leicht saure Erde, angereichert mit Kompost oder Rinde. Ideal ist auch fertige Moorbeeterde, die für Rhododendren benutzt wird. Im Winter sorgt eine zusätzliche Schicht Rindenmulch im Wurzelbereich und ein schützendes Kunststoffvlies um die Pflanze für einen optimalen Winterschutz.